Von den Marmore-Wasserfällen zum Piediluco-See

By Vacanze Lago • on January 5, 2010
Umbrien: Unweit von Terni, im süd-östlichen Teil Umbriens, liegt der Piediluco-See mit seiner unregelmäßigen Form. Er ist nach dem Trasimeno der zweitgrößte See Umbriens. Der Name “Piediluco” stammt aus dem Lateinischen und beschreibt die Lage des Sees “zu Füßen des Heiligen Waldes”. In vergangenen Zeiten, als er noch Lacus velinus hieß, war der See von einem als heilig betrachteten dichten Wald umringt. Die Gegend um den See ist  eigenartig,man sieht viele bunte Häuser und enge Gassen, die im Mittelalter das Dorf bildeten.
Piediluco See bei Nacht

Piediluco See bei Nacht

Die Schönheit des Piediluco-Sees wurde schon im späten 17. Jahrhundert geschätzt. Der See war eine Etappe der so genannten italienischen Grand Tour. Damals wurden junge englische Aristokraten zur Ausbildung auf eine Europa-Reise geschickt, die auch Jahre dauern konnte und meistens in Italien endete. Dieses Beispiel wurde in den letzten Jahren mit den Bahnreisen Interrail nachgeahmt, doch heute können sich nur wenige den Luxus leisten, so lange zu touren, um ihre Kunst- und Geografiekenntnisse zu vertiefen. Wir können aber eine Little Tour in Mittelitalien organisieren.

Der Rundgang beginnt am See. Man kann dem Fluss Velino folgen, der nördlich zum spektakulären Marmore-Wasserfall führt. Seit 50 Jahren wird der Wasserfall zur Produktion elektrischen Stroms genutzt. Der Wasserstrom fliesst daher nicht immer frei. Ich rate Ihnen daher, sich auf der Webseite über die Zeiten zu informieren, in denen das Wasser frei fließt.

Marmore-Wasserfall

Marmore-Wasserfall

Der Damm war bereits von den Römern im dritten Jahrhundert nach Christus gebaut worden. Damals hatte der Konsul Curio Dentato beschlossen, die stagnierenden, ungesunden Gewässer vom Fluss Velino auf den unterliegenden Fluss Nera mit einem Höheunterschied von 165 Meter umzuleiten. Auch Lord Byron war von dem Wasserfall fasziniert und zitiert ihn in seinem Poem “Pilgerreise des Kavaliers Arold”.

Wie Kavalier Arold können auch wir heute dem Wasserstrom bequem folgen. Es gibt nämlich Boote, die eine Fahrt vom Marmore-Wasserfall zum Piediluco-See anbieten. Das Boot hat Platz  für 60 Personen, man muss die Rundfahrt buchen. Die einstündige Reise macht an drei Orten halt: Am kleinen Strand des Echos, dem Dorf und am Strand Velino. Wenn Sie Trekking lieben oder Grottenforscher sind, vergessen Sie ihre Ausrüstung nicht, da es in der Umgebung interessante Rundgänge gibt. Eine letzte Kuriosität: Man sagt, dass der Berg des Echos einer der wenigen ist, der  ein  aus elf Silben bestehendes Echo zurückgibt. Wer von Ihnen will das testen?

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