Literatur am Lario

By Vacanze Lago • on January 31, 2010

Die Gegend um den See von Lecco ist eine Bergsymphonie, die uns in eine literarische Atmosphäre auf der Suche nach den Orten von Alessandro Manzoni versetzt. Hier findet jeder etwas, das ihn inspiriert. Betrachtet man die Umgebung, schaudert man fast ein wenig. Bergspitzen wie Nadeln, felsige Hügel, smaragdgrüne Wälder, von den Winden abgeschliffene Steine, steile Felswände, die Abgründe verbergen, Täler und tosende Wasserfälle mit eiskaltem Wasser: Wie ein Strom sucht sich der Leccheser Arm des Lario zwischen den Felsen seinen Weg .

Berge, See und Poesie. Zu Füßen dieser Felsenkulisse ruht die Stadt Lecco und von hier aus fliesst der Fluss Adda in Richtung Mailand.   Unweit von Lecco befindet sich das Dorf Pescarenico.  Hier erklingen die Verse des Dichters Alessandro Manzoni: “Ivi il fluttuamento delle onde si cangia in un corso diretto”. (Der See verströmt sich in den Fluss Adda, der die Magie an die Ebene weiterschenkt)

Wie in alten Zeiten. Wer weiß, ob Lecco heute noch dem schönen Dorf ähnelt, von dem der Mailänder Dichter Alessandro Manzoni in den „Verlobten“ erzählt? Es ist offensichtlich, dass Lecco heute eine Stadt ist, die  die Ruhe und  Lebensqualität eines kleinen Dorfes bewahrt hat. Das Leben pulsiert auf den beiden größten Plätzen der Stadt: Platz XX Settembre, auf dem sich der Markt befindet, ist von einem breiten Bogengang eigefasst, auf den der mittelalterliche Turm Torre Viscontea herabblickt. Der zweitgrößte Platz in Lecco ist Piazza Cermenati mit Blick auf den See. Von hier aus führt eine große Treppe hinauf zum Dom von San Nicolo. Das Stadtzentrum unweit des Doms ist für ein Herumschlendern ideal. Elegante Straßen winken mit  Geschäften und Handwerkerläden. Von hier aus erreicht man auch Palazzo Belgiojoso aus dem 18. Jahrhundert.

Fährt man  am Seeufer entlang Richtung Norden, stößt man auf das Dorf Varenna, wohin viele Mailänder an  kalten, aber sonnigen Wintertagen flüchten. Zwischen Gässchen, bunten Straßen und  Kirchen sieht man den Zusammenfluss beider Seearme. Hier kann man zweifellos das finden, was man wegen des hektischen Tagesablaufs längst verloren hat. Varenna, Schwellenhüter an den Toren des Comer Sees, auch Lario genannt, scheint uns aufzufordern,mit offenem Herzen zu schauen. Sobald wie möglich, sollte man auf das Auto verzichten, nicht mehr rennen und laut reden, sondern staunen, bewundern und beobachten.
 
Romantische Straßen. Am westlichen Ufer des Lario erstreckt sich die Olivenbaumküste und von hier aus kann man viele hübsche Dörfer entdecken wie Onna, Limonta und Bellagio. Hier und dort stößt man  auf kleine Strände, die an heißen Sommertagen zum Schwimmen einladen. Besonders faszinierend ist der Weg  zu den Bergen des Triangolo Lariano. Dabei erreicht man einen besonders attraktiven Aussichtspunkt, den Wallfahrtsort der Madonna Del Ghisallo, der bei Radsportfans sehr beliebt ist. Von hier aus streift der Blick bis zum Ufer auf der anderen Seite des Sees, zu den Grigne, Richtung Lecco und zum Resegone-Berg mit seinen scharfen   Bergspitzen, die bei Sonnenuntergang tief rot leuchten.

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